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Sport in Südafrika

Bislang ein Traum: Formel 1 unter dem Tafelberg Bislang ein Traum: Formel 1 unter dem Tafelberg © Jörg-Henning Meyer
Südafrika ist eine Sportnation. Die meisten der Sportarten, denen mit Begeisterung aktiv auf dem Feld oder als Zuschauer vom Rand aus oder vor dem Bildschirm gefrönt wird, stammen noch aus der Kolonialzeit. Damit sind sie zugleich Kulturgeschichte und Zeitzeugen eines Landes, in dem die Apartheid noch immer Wunden hinterlassen hat.

Amelie Wolff - Das erste weltweit gefeierte und im Hollywood-Film „Invictus“ verewigte Wunder nach dem Ende der Apartheid war der Sieg der „Springboks“ im Viertelfinale der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 über Neuseeland, eine weitere ehemalige britische Kolonie. Weiße und farbige Spieler in einem Team – jahrzehntelang war das in Südafrika undenkbar.

Dabei waren die Anfänge der großen Sportsteams zwar von den britischen Kolonialherren, die sich im Burenkrieg gegen die niederländischen Kolonialisten auf dem schwarzen Kontinent behauptet hatten, geprägt, aber Anfang des 20. Jahrhunderts, als Südafrika erstmals international mitmischte, gab es noch keine Rassentrennung. Bei den ersten olympischen Spielen mit südafrikanischer Beteiligung reiste ein gemischtes achtköpfiges Kader 1904 in die USA. Als erste Olympioniken für das Land am Kap gingen im Marathonlauf mit Len Taunyane und Jan Mashiani zwei Schwarzafrikaner neben dem Kolonialisten Robert Harris an den Start. Fünf Radsportler vervollständigten die Abordnung.

Radsport ist auch heute noch populär. Doch an erster Stelle bleiben Mannschaftssportarten, zum Mitmachen, Zuschauen und für Sportwetten, die mit Vorliebe auf Rugby, Cricket und zunehmend seit der Fußball-WM 2010 in Südafrika auch auf Fußballergebnisse abgeschlossen werden.
 
Dabei ist Cricket wie in seinem Heimatland England längst zum Nationalsport geworden. In den Schulen gehört es zum Unterricht dazu.

Fußball war lange Zeit das Spiel der Townships, und südafrikanische Kicker wie Ex-Borusse Steven Pienaar und Delron Buckley, der als 17-Jähriger zum Vfl Bochum ging, haben in Deutschland die Fans begeistert.

Golf ist einer der Hauptsportarten. Mehr als 500 Plätze gibt es inzwischen von der Küste bis in die Berglagen. Darunter sind etliche, die zu den schönsten und anspruchsvollsten der Welt zählen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass Südafrika eine beachtliche Anzahl an Profigolfern hervorgebracht hat, die mit zur Weltspitze gehören. Branden Grace, Ernie Els und Louis Oosthuizen mögen nicht so bekannt sein wie ihre US-amerikanischen und britischen Kontrahenten, aber bei den Major-Turnieren sind Südafrikaner meist mit unter den Favoriten.
 
Tennis ist ein weiterer Sport, der in Südafrika geliebt wird. Als einer der besten Spieler des Landes ist Wayne Ferreira mit einer olympischen Silbermedaille im Doppel in die Geschichte eingegangen. Wie in den meisten Sportarten können Urlauber genau wie Einheimische die öffentlichen Plätze nutzen.

Die Hauptstadt der Sportereignisse ist Kapstadt. Hier sind Comrade’s Marathon und Two Oceans Marathon angesiedelt, und alle zwei Jahre wird das Yachtrennen vom Kap nach Rio ausgetragen – auch Wassersport wird in Südafrika großgeschrieben.

Derzeit nur ein Traum ist die Rückkehr der Formel 1. Zwischen 1960 und 1993 wurden 33 Grand-Prix-Rennen in Südafrika ausgetragen, doch dann wurde Formel 1 zu teuer für das im Umbruch befindliche Land. Pläne für die Wiederaufnahme des GP gibt es immer wieder, vor allem von Seiten Bernie Ecclestones. Schließlich ist Südafrika nicht nur ein Sportparadies, sondern auch ein Touristenmagnet.  


 

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