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Mittwoch, den 03. November 2010 um 12:55 Uhr

Sechs tierische Neuzugänge auf der Großkatzenstation LIONSROCK

Simona kam in ein eigenes Gehege Simona kam in ein eigenes Gehege
Foto: Vier Pfoten
Hamburg (ots) - Am vergangenen Wochenende begann für sechs Löwen aus Rumänien und Bulgarien ein neues Leben.
Die Tiere, die aus illegaler Privathaltung sowie aus heruntergekommenen Zoos stammten, wurden nach LIONSROCK, die Großkatzenstation von VIER PFOTEN in Südafrika, gebracht. Dort erwartet sie ein tiergerechtes Leben unter afrikanischer Sonne - insgesamt 76 Löwen leben nun in der riesigen Anlage. (total 94 Raubtiere)

“Aus Bulgarien haben wir zwei Neuzugänge‚Äù, erzählt Dr. Amir Khalil, der für VIER PFOTEN die Großkatzenstation leitet: “Die vierjährige Simona wurde in einem privat geführten Hotel an der Grenze zu Griechenland gehalten. Ihre Anlage war viel zu klein, und die Besitzer hatten keine Ahnung davon, wie man Löwen tiergerecht halten kann. Die zweite bulgarische Löwin - Lea ist erst 14 Monate alt. Wie wir später herausgefunden haben, wurden bei ihr alle Krallen entfernt. Ein Geschäftsmann, der sie wohl zuvor als Haustier hielt, hatte sie den Behörden übergeben.‚Äù

In Rumänien fand das Team von VIER PFOTEN vier neue Löwen, deren Haltungsbedingungen untragbar waren. Amir Khalil erzählt weiter: “Viele Zoos in Rumänien sind in einem wirklich schrecklichen Zustand. Diesmal fanden wir im schon sehr heruntergekommenen Zoo von Slatina eine ganze Löwenfamilie: Eine Löwenmama mit ihren zwei Söhnen. Außerdem wurde uns zugetragen, dass im Zoo von Tecuci - aus dem wir eigentlich bereits Löwen gerettet hatten - noch zwei Babies auf die Welt gekommen waren. Die Mutter der Tiere starb, und so wurden die beiden an eine Privatperson verschenkt, die die beiden Kleinen gemeinsam mit ihren Haustieren hielt - eine tragische Fehlentscheidung: Eines der Löwenbabies starb, als ein Hund auf es losging. Die überlebende kleine Kara konnten wir retten.‚Äù

Die lange Reise führte die Löwen mit dem LKW von Sofia über Bukarest und Wien nach Zürich, von wo sie mit dem Flugzeug nach Johannesburg gebracht wurden. Dort war es dann fast geschafft - nur etwa drei Autostunden trennen den Flughafen Johannesburg von LIONSROCK im Herzen des Free State. Alle Löwen überstanden die beschwerliche Reise gut. Die beiden Kleinen, Kara aus Rumänien und Lea aus Bulgarien, wurden in ein gemeinsames Gehege gebracht: “Die beiden sind derzeit noch damit beschäftigt, sich gegenseitig zu ignorieren‚Äù, schmunzelt Amir Khalil: “Aber wir sind überzeugt, dass sie noch zusammenwachsen werden.‚Äù Simona, etwas verschreckt von der langen Reise, kam in ein eigenes Gehege, soll aber bald an ein Rudel angeschlossen werden. Die rumänische Löwenmama und ihre zwei Söhne bekamen eine eigene Anlage, “wo sie sich derzeit bereits sichtbar eingewöhnen‚Äù, mein Amir Khalil.

“Es ist jedes Mal aufs Neue unglaublich bewegend, den Tieren dabei zuzusehen, wie sie bereits verloren geglaubte Triebe und Instinkte zurückgewinnen. Leider kann man Löwen, die sich einmal in Gefangenschaft befunden haben, nicht mehr in die Freiheit entlassen. Auf LIONSROCK führen sie jedoch das Leben, das der Freiheit am Nächsten kommt‚Äù, erklärt Amir Khalil.

LIONSROCK ist ein von VIER PFOTEN geführtes und finanziertes Projekt in unmittelbarer Nähe von Bethlehem im südafrikanischen Province Free State.

Last modified on Mittwoch, den 03. November 2010 um 13:06 Uhr
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