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Politik und Perspektiven für erneuerbare Energien im Western Cape

Minister Anton Bredell      |       Minister Anton Bredell |
| ¬¨¬© Jürgen Banda-Hansmann

Von Monika Kohut, Kapstadt - Ein Bericht über den Vortrag von Anton Bredell, Minister für Umweltfragen und Entwicklungsplanung im Western Cape

Mit der Vorstellung der Vision für 2020 begann Brendell seinen Vortrag: Zu diesem Zeitpunkt verfüge die Provinz Western Cape über ein hoch effizientes Energiesystem. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe und die generelle Brennstoffknappheit seien signifikant reduziert worden. Entsprechende Programme hätten bereits zur Einsparung von 15 Prozent des Energieverbrauchs geführt, und der Anteil an sauberer, erneuerbarer Energie läge bei 15 Prozent im gesamten Energiemix.

Alle Politiker hätten ein einheitliches Verständnis den Einsatz und die Auswirkungen von Energien betreffend und dieses gemeinsame Verständnis bestimme die Energiestrategie der gesamten Provinz. "Aber dieses Szenario verlangt unser langfristiges Engagement, innovatives Denken und ein harmonisches Zusammenspiel aller Kräfte". Schätzungen hätten ergeben, so Bredell weiter, daß alleine im Western Cape im Jahre 2004 rund 250 Mio. Gigajoules an Energie verbraucht worden seien. Falls die Wirtschaft weiterhin wachse wie erwartet, sei davon auszugehen, daß der Energieverbrauch bis 2020 um weitere 3,5 Prozent ansteige. Der Industrie- und Transportsektor seien momentan die größten Energieverbraucher: 47 Prozent der Industrie verbrauchten den größten Anteil an Elektrizität. Darüber hinaus besagten Prognosen, daß rund 85 Prozent der städtischen Haushalte zu diesem Zeitpunkt voll elektrifiziert seien. Diese Zahlen machten deutlich, daß es ein "Imperativ" sei bezahlbare, saubere und effiziente Energien bereitzustellen.

Ein weiterer Aspekt seien die ökonomischen Perspektiven des Landes, so der Minister. Bereits heute sei die südafrikanische Wirtschaft die Nr. 24 weltweit. Für das laufende Jahr erwarte man ein Wachstum von 2,3 Prozent und für das kommende Jahr 3,2 Prozent. Die Nachteile dieser wirtschaftlichen Entwicklung und rasanten Industrialisierung lägen auf der Hand: Eine hohe Belastung der Infrastruktur und der Energie-Ressourcen in den jeweiligen Provinzen.

Western Cape, so Bredell weiter, habe eine landesweite Führerschaft im Bereich erneuerbarer Energien, und aufgrund seiner klimatischen Bedingungen sei es eine hochattraktive und wettbewerbsfähige Region für die Ansiedlung von Solarenergie- Projekten. Er sei sicher, daß die nachhaltige Energiestrategie, die 2008 entwickelt worden sei, nun kurzfristig als 'White Paper' vom Kabinett offiziell anerkannt werde und somit Garant für die Versorgung mit qualitativ hochwertiger, zuverlässiger, sauberer und sicherer Energien werde. Einen möglichst schnellen Wechsel zu erneuerbaren Energien, die die regionalen Effekte der globalen Erwärmung und auch die Energieknappheit reduzieren helfe, halte er für unverzichtbar. Im 'White Paper' habe man unter anderem festgeschrieben, daß im Jahr 2014 15 Prozent der im Western Cape benötigten Elektrizität aus erneuerbaren Energien generiert würden, und dass bis 2020 eine Reduktion von 15 Prozent der Kohlendioxyd-Emission Fakt sein müsse.

Um diese Ziele zu erreichen seien allerdings Investitionen vonnöten, insbesondere in den Bereichen Solar- und Windenergie, da hierzu die meisten Ressourcen vorhanden seien. Sein Ministerium habe bereits in diesem Jahr einkommensschwachen Haushalten 1.300 Solarenergie-Systeme zur Verfügung gestellt, und er plane, diese Zahl noch weiter zu steigern. Es gelte aber auch die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür zu schaffen. So müsste erreicht werden, daß Haushalte mit mittleren bis hohen Einkommen, Solarenergie zwingend nutzen. Haushalte mit niedrigen und unteren Einkommen hingegen müssten mit den hierfür erforderlichen Finanzmitteln subventioniert werden. Im ‚àö√∫brigen befürworte er auch Müllverbrennung zur Energiegewinnung, fügt er ein. "Wir sind bereit, innerhalb des nächsten Monats das 'White Paper' dem Kabinett vorzulegen. Unser Land verfügt über reichlich Wind und Sonne für die Produktion alternativer Energien, aber wir sehen uns auch mit legislativen Herausforderungen konfrontiert". Er sei bereit, sich gemeinsam mit ESKOM unter der Maxime der Dringlichkeit zu stellen.

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