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Pressekonferenz: Bayern trifft Western Cape Expo 2010

v.l.: Ivan Meyer, Sozialminister von Westkap, die Premierministerin der südafrikanischen Provinz Helen Zille und Staatsminister Siegfried Schneider v.l.: Ivan Meyer, Sozialminister von Westkap, die Premierministerin der südafrikanischen Provinz Helen Zille und Staatsminister Siegfried Schneider
© Arne Grams
Von Monika Kohut, Kapstadt - In ihrer Pressekonferenz, anläßlich der Eröffnung der Veranstaltungswoche "Bayern trifft Western Cape Expo 2010" durch Premierministerin Helen Zille im Artscape Theatre, betonten der Sozialminister des Western Cape Ivan Meyer und der Bayerische Staatsminister Siegfried Schneider, daß es sich hier vor allem um ein Projekt handele, bei dem sich Menschen unterschiedlicher Kulturen träfen und voneinander lernten. Nach 15 erfolgreichen Jahren mit zahlreichen Kooperationen, gehe es nun darum, die bisherige Zusammenarbeit, die seinerzeit von Edmund Stoiber initiiert worden sei, nachhaltig zu stärken und zu erweitern. √úbergeordnete Ziele der verschiedenen Teilprojekte in Wirtschaft, universitärer Forschung, beruflicher Bildung, Kunst und Kultur seien eine Reduzierung der Armut, Bekämpfung von HIV, die Weiterentwicklung der Menschenrechte in Südafrika und die Förderung junger Talente.

Zu Beginn seiner Rede erklärte Minister Ivan Meyer, man habe sich zur Maxime gemacht, "erst zu liefern und dann Dokumente und Verträge zu verfassen." Die Partnerschaft sei somit mehr als ein politisch-diplomatisches Zusammentreffen, bei dem lediglich viel Papier produziert werde, das nachfolgend in irgendeiner Schublade verschwinde. "Uns geht uns um konkrete Ergebnisse, die von Nutzen für beide Seiten sind, insbesondere für die Menschen in der Kap-Region. Beispielhaft hierfür seien das soeben eröffnete Mehrzweckzentrum in Khayelitsha sowie das HIV-Projekt.

"Wir haben viel von unseren deutschen Freunden gelernt und tun es immer noch", so Meyer. Ob es um den Bau des Stadiums gegangen sei, das Management einer so renommierten Sportveranstaltung wie die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft oder um Logistik im Allgemeinen. Die Deutschen sind strukturiert", und wir Südafrikaner sind flexibel", so der Minister. "Also haben wir uns entschlossen, eine Partnerschaft der "strukturierten Flexibilität" zu pflegen".

"Mit einem breit gefächerten Spektrum, das von rund 85 Teilnehmern aus ganz Bayern abgedeckt wird, wollen wir hier eine Visitenkarte Bayerns abgeben", begann Staatsminister Siegried Schneider seine Rede. Bayern sei immer noch das Vorzeigeland in der Bundesrepublik Deutschland. Nach wie vor habe der Freistaat das höchste Bruttosozialprodukt und die niedrigste Arbeitslosenquote. Außerdem sei er nach wie vor präferierter Standort von und für Unternehmen der Hochtechnologie.

Im Weiteren unterstreicht er die Worte seines südafrikanischen Kollegen hinsichtlich der "herzlichen Freundschaft, die sich Laufe der Jahre entwickelt habe. Es gehe hier und heute nun darum, so Schneider weiter, auf Basis dieser Freundschaft eine Brücke nachhaltiger Zusammenarbeit zu bauen, die, "über die Weltmeisterschaft hinaus reicht, und den Grundstein für eine technologische Kooperation legt." Bereits heute belaufe sich das Handelsvolumen beider Länder auf rund 1,7 Mrd. Dollar. Er sei sicher, daß das Wirtschaftsseminar am 17. Juni, im Rahmen dessen vor allem erneuerbare Energien diskutiert würden, für beide Seiten von weiterem wirtschaftlichem Nutzen sein werde. Bayern verstehe sich dabei als Türöffner.

In ihrer nachfolgenden von humorgetragenen Begrüßungsrede, die sie abwechselnd in Englisch und Deutsch hielt, erklärte Premierministerin Helen Zille, sie könne eine fast endlose Liste von Partnerschaften aufführen. Manche seien gut, manche weniger gut, aber die mit Bayern sei herausragend gut, weil "herzlich und effektiv". Auch sie ginge davon aus, daß diese Partnerschaft für beide Länder stetig wachsenden Nutzen bringe und langen Bestand haben werde, eben weil sie bereits vor der Fußball-Weltmeisterschaft begründet worden sei.

Mit dem bekannten Slogan: "It is here, you can feel it!" wandte sich Zille dann direkt an die deutsche Delegation und merkte an, sie wolle hier keine √úbersetzung wagen, um jeglicher nicht gewollten "schlüpfrigen" Tonalität vorzubeugen. Einmal mehr sei es ihr aber ein Anliegen auf die euphorische Stimmung im ganzen Land hinzuweisen, die ihrer √úberzeugung nach für jedermann sicht- und fühlbar sei. Zu Recht, so die Premierministerin abschließend, sei Südafrika stolz auf seine Leistungen im Vorfeld des anstehenden Sportereignisses.

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